Rasche Produktwechsel, kleine Losgrößen, knappe Lieferzeiten: Als mobile Applikationen meistern Cobots diese Herausforderungen flexibel und effektiv. Doch wann lohnt sich das Montieren auf Rollen? Wie lassen sich mobile Applikationen realisieren? Wir zeigen Ihnen 3 Wege, wie Sie Cobots mobilisieren.

Rasche Produktwechsel, kleine Losgrößen, knappe Lieferzeiten: Als mobile Applikationen meistern kollaborierende Roboter, kurz Cobots, diese Herausforderungen besonders flexibel und effektiv. So ist es wenig verwunderlich, dass Betriebe ihre kollaborierenden Kollegen immer häufiger um einen fahrbaren Untersatz ergänzen. Doch wann lohnt sich die extra Schippe Mobilität eigentlich? Und wie lassen sich mobile Applikationen erfolgreich realisieren? Erhalten Sie hier die wichtigsten Fakten auf einen Blick!
Wieso mobile Cobot-Applikationen beliebter werden
Ob auf einem Tischwagen oder einem fahrerlosen Transportsystem montiert: Als mobile Applikationen liefern Cobots Antworten auf die Fragen, die Produktionen sich täglich stellen:
Cobots gehören zur Generation der Leichtbauroboter. Sprich: Allein ihr Eigengewicht (der UR3e wiegt gerade einmal 11 kg) sorgt dafür, dass Betriebe die kollaborierenden Roboterarme nicht nur als statische Maschinen verstehen müssen. Vielmehr können Cobots als flexibles Werkzeug dienen, das Unternehmen stets dort benutzen, wo sie es am meisten benötigen. Hinzu kommt, dass Cobots eine sehr geringe Stellfläche haben. Überall dort, wo herkömmliche Industrieroboter aufgrund ihres Platzbedarfs an Grenzen stoßen, agieren kollaborierende Roboter wendig und zuverlässig. Jene Kompaktheit macht es Unternehmen noch einfacher, Robotik mobil zu denken und schnell zu integrieren.
So mobilisieren Sie Ihren Cobot
Es gibt drei Wege, um Cobots mobil zu machen: Mit der Unterstützung unserer Integratoren, durch diverse Lösungen aus dem UR+ Kosmos oder mit eigenem Erfindergeist und selbst gestalteten Konstruktionen.
Unser Partnernetzwerk unterstützt Anwender täglich bei der Entwicklung ihrer passgenauen Applikationen – so auch, wenn es darum geht, den Cobot mobil zu gestalten. Auf diesen Ansatz hat sich etwa die KPI GmbH als zertifizierter Integrator spezialisiert. Das Unternehmen entwickelt modulare rollbare Systeme speziell für kollaborierende und koexistente Anwendungen. Um zum richtigen Spezialisten in Ihrer Region zu gelangen, hilft unsere Vertriebspartner-Suche.
Kommt die Zusammenarbeit mit einem unserer Partner nicht in Frage, eigenen sich die Produkte unseres UR+ Netzwerks für die Umsetzung mobiler Anwendungen. Hier finden Unternehmen alle Zubehörteile, die die Funktionalität der Cobots erweitern, wie Greifer, Sensoren, Kameras oder Software.
Möchten Betriebe beispielsweise ihren Cobot mit einem autonom fahrenden Roboter vereinen, unterstützt sie dabei zum Beispiel ein MiR / UR Synchronisation URCap aus unserem UR+ Ökosystem. Diese Softwarekomponente bietet eine definierte Schnittstelle zwischen mobilem Roboter und Roboterarm und erleichtert Unternehmen damit die Integration des Gesamtsystems.
Als ganzheitliche Lösung bietet Oviso Robotics mit ihrem Produkt OVI ein UR+ Anwendungs-Kit an. Hier ist der Cobot auf einer Station montiert, die sich mit einem Hubwagen verschieben lässt. Durch eine bereits integrierte Nullpunkt-Kalibrierung ermittelt der Cobot seine genaue Position in Bezug auf die neue Arbeitssituation und passt seine Referenzpunkte selbstständig an. Über einen Hardware-Port werden alle Dienstprogramme bereitgestellt. Mit Schnellwechselsystemen für eine Vielzahl an Werkzeugen können Unternehmen je nach Station verschiedenste Applikationen einfach umsetzen.
Für ein Maximum an Flexibilität werden Unternehmen gerne selbst erfinderisch. So haben etwa die Scott Fetzer Electrical Group sowie die Hofmann Glastechnik GmbH ihre Cobots durch eine Eigenkonstruktion mobilisiert.

Blick in die Praxis: Mit mobilen Cobots zum Erfolg
Scott Fetzer setzt in der Fertigung seiner elektrischen Energieprodukte bereits seit 2015 unsere Cobots ein. Aufgrund eines vielseitigen Produktionsmixes bei niedrigen Stückzahlen hat das Unternehmen die Roboterkollegen auf Sockel mit Rädern montiert. Je nach Bedarf helfen sie damit flexibel im gesamten Herstellungszyklus aus – vom Schneiden an der Schneidepresse bis hin zum Formen, Falten und Montieren elektrischer Komponenten. „Wir wollen Roboter bereitstehen haben, die auf Arbeit warten. Wenn die Mitarbeiter morgens kommen, drucken wir Arbeitsaufträge, damit sie die Roboter zu den Aufgaben rollen, die an dem Tag anstehen”, so Matthew Bush. Durch die mobile Cobot-Flotte hat Scott Fetzer seine Produktion um 20 Prozent optimiert.
Mobile Helfer für Traditionsbetriebe
Um das Potenzial vorhandener Fachkräfte besser auszuschöpfen und Prozesse zu optimieren, setzt die Hofmann Glastechnik GmbH auf insgesamt vier Cobots. Bis zu elf Stunden am Tag beschicken zwei von ihnen mehrere SPS-gesteuerte Glasdrehbänke mit Teilen. Auch Hofmann hat eine mobile Vorrichtung entwickelt, durch die die Cobots ganz unkompliziert zwischen den Maschinen „umgedockt“ werden können. Björn Uthe, Abteilungsleiter im Maschinenpark, ist von der Umrüstung begeistert: „Die UR-Roboter bedeuten eine enorme Erleichterung für unsere Arbeitsabläufe. Früher mussten wir immer zwischen den einzelnen Glasdrehbänken hin und her laufen und sie parallel bestücken. Im Prinzip kamen wir in der Produktion kaum hinterher. Seit der UR5 und der UR10 bei uns arbeiten, kann ich mich wieder mehr mit dem Einrichten der Maschinen beschäftigen.”

Augen auf, um mobiles Potenzial zu entdecken
Durch den mobilen Einsatz können Unternehmen häufig noch mehr Potenzial aus ihren Cobots herauskitzeln, als ihnen bewusst ist. Zum Beispiel bei der Maschinenbeschickung, wie der Blick in die Praxis gezeigt hat. Eignet sich für Ihre nächste Applikation auch eine mobile Variante? Probieren Sie es doch bei der nächsten Cobot-Integration aus.
