Zu Beginn habe man sich laut Loisel „viel Zeit genommen und viel ausprobiert“, um feststellen zu können, wo und wie sich Cobots einsetzen lassen und wo deren Grenzen sind. Heute palettieren Cobots bei Melecs EWS fertige Elektronikteile in Kunststofftrays, stapeln diese in Kisten und schließen sogar noch die Deckel mit einem anderen Greiferarm.
Loisel zufolge habe man darauf Wert gelegt, dass der kollaborierende Roboter möglichst viele Tätigkeiten innerhalb des Verpackungsprozesses übernehmen kann. Ganz anders im ungarischen Werk von Melecs: Hier reinigt ein Cobot die Rückseite von bestückten und gelöteten Leiterplatten: „Die Besonderheit dort ist, dass wir den Cobot direkt in eine laufende Produktionslinie integriert haben.“ Während früher von Hand gebürstet wurde, findet die Reinigung heute extrem gleichmäßig und prozesssicher statt – „aus Qualitätsgründen“, fügt Loisel hinzu. Selbst bei ungarischen Lohnkosten ist die Anlage auch wirtschaftlich rentabel.
JUNG, Hofmann Glastechnik, Melecs EWS – drei Unternehmen, deren Erfahrungen zeigen, dass der Weg von der Automatisierung einfacher Tätigkeiten bis hin zu anspruchsvollen Aufgaben nicht weit ist. Ist das geschafft, werden Kapazitäten bei Mitarbeitern wieder frei für das, was sie wirklich gerne tun und was zuvor nur am Rande möglich war: kreativ zu arbeiten, sich zu entfalten. Und an neuen Cobot-Anlagen zu tüfteln natürlich.