Wer körperlich schuftet und schwer hebt, hat ein höheres Gesundheitsrisiko. Um Mitarbeiter zu entlasten und rentabler zu fertigen, übernehmen Cobots das Palettieren am Ende der Fertigungslinie oder im Lager. Lesen Sie hier, wann sich ein Roboter überhaupt lohnt und welche Bausteine Sie kennen müssen.

Kommt Ihnen dieses Szenario bekannt vor? Ein Mitarbeiter klagt über Rückenschmerzen. Er palettiert am Ende Ihrer Fertigungslinie oder im Lager Waren. Wenige Tage später fällt er aufgrund seiner Beschwerden aus. Schlimmer noch, er schmeißt hin, weil ein anderes Unternehmen, ihm eine weniger anstrengende und beschwerliche Tätigkeit anbietet.
Wie können Sie Ihre Mitarbeiter vor Verletzungen und gesundheitlichen Problemen beim Palettieren schützen? Wie können Sie qualifizierte Fachkräfte gewinnen und auch halten? Geht es um das Heben schwerer Lasten oder unergonomische Bewegungsabläufe, können unsere kollaborierenden Roboter (Cobots) Sie unterstützen.
In erster Linie beschäftigen sich Unternehmen mit dem Thema Automatisierung, wenn sie ihre Produktivität oder ihren Durchsatz steigern wollen. Je nachdem, wo sich am ehesten ein Engpass in der Fertigung abzeichnet, übernehmen Cobots manuelle Arbeiten. Sie bestücken Maschinen, fügen Teile zusammen und prüfen die Qualität von Produkten. Für eine automatisierte Palettierung spricht neben den wirtschaftlichen Aspekten meist auch noch der Arbeitsschutz. Während Roboter Waren einheitlich platzieren und zuverlässig stapeln, schützen sie Mitarbeiter vor Verletzungen und unliebsamen Aufgaben. Unser UR20 kann zum Beispiel bei einer Reichweite von 1.750 mm bis zu 20 kg heben. Und zwar rund um die Uhr, wiederholgenau präzise.

Besonders interessant sind Cobots auch, wenn Unternehmen verschiedene Kartongrößen flexibel mit nur einem System handhaben möchten. Einmal eingelernt, kann der Roboter unterschiedliche Produkte sicher greifen und entsprechend neue Positionen auf der Palette anfahren. Weiterer Vorteil gegenüber herkömmlicher industrieller Systeme sind das kompakte Maß von Cobots und ihre Fähigkeit zur Kollaboration. Nach erfolgreich abgeschlossener Risikobeurteilung können sie in unmittelbarer Nähe zum Menschen arbeiten. Schutzzäune, die Platz sowie Zeit und Kosten bei der Integration verursachen, entfallen. Und Mitarbeiter können selbst im laufenden Betrieb einfach auf Paletten und Verpackungsmaschinen zugreifen – etwa zum Abtransport oder zur Qualitätskontrolle.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Roboter für das Palettieren einzusetzen. Grundlegend sind dafür drei Bausteine:
Außerdem sollten Sie folgende Aspekte beachten, um eine Anwendung möglichst einfach und wirtschaftlich zu gestalten:
Bei der Entwicklung einer Applikation werden diese Bausteine und Aspekte zusammengeführt. Dabei ist es wichtig zu verstehen, welche individuellen Gegebenheiten die jeweilige Produktionsumgebung mit sich bringt und welches Ziel mit dem Palettierroboter angestrebt wird.

Ein Beispiel hierfür wäre: ein potenzieller Anwender möchte den Durchsatz seiner Montageanlagen erhöhen. Das nachgelagerte manuelle Palettieren der Produkte hemmt ihn jedoch. In einer beengten Fertigungsstätte integriert er einen Cobot zwischen zwei Paletten und lässt ihn kontinuierlich stapeln. Ist eine Palette voll beladen, stapelt er auf der zweiten weiter. Der Mitarbeiter tauscht in der Zwischenzeit die volle gegen eine leere Palette aus.
Die Bedeutung von Cobots hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, da sie Unternehmen in verschiedenen Bereichen unterstützen können – und auch müssen. Denn durch einen anziehenden globalen Wettbewerb und den Mangel an Fachkräften ist Automatisierung unerlässlich.
In der Elektronikfertigung tragen Cobots etwa dazu bei, dass Prozesse besser und effizienter werden. Mittelständler Gustav Hensel hat das erkannt. Während das manuelle Palettieren früher wertvolle Zeit der Fachkräfte gebunden hat, stapelt heute ein Cobot am Ende der Montagelinie von Kabelabzweigkästen. Pro 8-Studen-Schicht bewegt der UR10 dabei etwa 2,5 Tonnen Paketmasse. Um die Effizienz zu steigern und die Anlage ideal auszulasten, stellt man dem Roboter bei Hensel gleich zwei Euro-Paletten bereit.
Die Prozessoptimierung ist schließlich nur eine Seite der Medaille. Denn auch die Mitarbeiter des Elektronikherstellers wollen den Cobot nicht mehr missen. Kein Wunder, immerhin schultert er für sie jede Woche das Gewicht von zwei ausgewachsenen Elefanten. Wen würde das nicht begeistern?
