Um flexibel, zuverlässig und profitabel zu agieren, setzen Hersteller von Elektronikprodukten auf Cobots – in der Montage, bei Funktionstests, dem Verpacken und Palettieren. Wie sie ihre Produktivität so mitunter um 25 % steigern, zeigen drei Erfolgsgeschichten aus der Branche.

Wenige Märkte sind ähnlich dynamisch wie die Elektronikindustrie. Nur wer dem Wandel immer einen Schritt voraus ist, hält einem harten Preiskampf stand und liefert Produkte auf höchstem Qualitätsniveau. Doch wie verschaffe ich mir als Hersteller oder speziell auch als Auftragsfertiger für Elektronik neue Handlungsspielräume? Wie werde ich vom Getriebenen zum Treiber? Diese Erfolgsgeschichten zeigen, wie unsere kollaborierenden Roboter (Cobots) drei Unternehmen einen entscheidenden strategischen Vorsprung verschafft haben.
Wo es um die Bauteilmontage oder das Einsetzen von Elektronik geht, sind kleinteilige Handarbeiten nicht weit. Feinfühlig und präzise können unsere Cobots bei einer Vielzahl solcher Prozesse ihre menschlichen Kollegen unterstützen. Bei der Albrecht Jung GmbH lag ein solcher Prozess in der Montage digitaler Radios. Hier verschraubt ein UR3 Roboter Lautsprecherkomponenten. Die Werkerin setzt dafür vorbereitend eine Leiterplatte in ein Kunststoffgehäuse und legt es dem Cobot zurecht. Dieser greift sich zwei Schrauben aus einer Vereinzelung und verbindet die Teile.
Was für die Mitarbeiterin zuvor eine beschwerliche Fummelei war, die auch mal fehlerhaft ablief, erledigt der Cobot sicher und schnell. Das rechnet sich für den Anbieter von Gebäude- und Elektroinstallationstechnik. Den Durchsatz konnte JUNG im Anwendungsbereich erheblich steigern, ebenso seine Produktqualität. Mittlerweile befinden sich acht unserer Cobots in der Fertigung in Lünen.
Mario Schäfer, Leiter Fertigung Werk Lünen, Albrecht Jung GmbHWir sind stolz darauf, unsere Produktion mit dieser Spitzentechnologie erfolgreich optimieren zu können. Kosten und Durchlaufzeiten senken wir durch die Cobots erheblich – mit dem Resultat einer schnellen Amortisation.
Schluss mit manuellem PCB-Prüfen und Kleben
Wie vielfältig Elektronikfertiger Cobots einsetzen, zeigt auch Siemens in seinem Gerätewerk Erlangen. Hier automatisieren mehr als 70 Roboter verschiedene Aufgaben. Ein UR5 Cobot trägt etwa 60 Klebepunkte präzise an 20 Kondensatoren auf einer Baugruppe auf. Wo zuvor Mitarbeiter täglich im Kontakt mit dem Klebstoff waren, schützt der Cobot sie vor dem Einatmen von Dämpfe und steigert die Qualität.

Einen der beliebtesten Anwendungsbereiche setzt Siemens ebenfalls mit Cobots um: das PCB-Testing. Dafür arbeiten drei UR5 Cobots an einer Fertigungsinsel zusammen. Der erste Cobot legt eine Flachbaugruppe in einen optischen Prüfplatz ein. Der zweiten platziert diese anschließend im elektrischen Prüfplatz, bis im letzten Schritt ein weiterer UR5 die Baugruppe in eine Lackieranlage schiebt.
Mit diesem ultimativen Leitfaden lernen Sie, wie Sie Engpässe in Ihrer Fertigung einfach und schnell überwinden – mit 6 Anwendungsszenarien mit Cobots.
Auch bei Melecs EWS sind Cobots aus der Produktion nicht mehr wegzudenken. Das Unternehmen weiß um die Herausforderungen im stark umkämpften Markt. Es zählt in Österreich zu einem der größten Entwicklungs- und Fertigungspartner elektronischer Komponenten etwa für die Bereiche Automotive und White Goods.
Einsparpotenzial erkannte Melecs am Ende der Fertigungslinien, beim manuellen Materialumschlag von kleinen, runden Leiterplatten. Die Anforderung: durchaus anspruchsvoll. Einen kurzen Takt von fünf bis sechs Sekunden Verpackungszeit pro Baugruppe sollte die Automatisierung sicher erfüllen.
Gesagt, getan – nahtlos und kompakt in die Fertigungslinie integriert, verpackt ein UR5 Roboter bei Melecs fehlerfrei etwa zwei Millionen Leiterplatten pro Jahr. Nachdem eine Werkerin am selben Arbeitsplatz die Nutzen getrennt hat, legt sie ihm eine Gruppe Bauteile bereit. Der Cobot scannt je drei Platinen zur Erfassung im System und platziert sie mit nur einem Griff in einem Tray. Sobald dieses voll beladen ist, packt er es in eine Kiste und verschließt sie am Ende sogar noch.
Georg Loisel, VP Quality Management & Production System, Melecs EWS GmbHWir haben unsere Produktivität um 25 Prozent gesteigert. Der Cobot läuft im Drei-Schicht-Betrieb absolut stabil und wir gehen davon aus, dass er sich in anderthalb Jahren amortisiert.

Am Ende ist eins sicher: Für Elektronikhersteller – ganz gleich ob Zulieferer oder nicht – verändern Cobots die Spielregeln der Fertigung grundlegend. Wo zuvor manuelle Abläufe die Effizienz hemmten und Qualität minderten, bieten wir eine zuverlässige Technologie. Und während Kundenerwartungen tendenziell steigen und auch die Nachfrage nach immer neuen Innovationen im Markt wächst, bleiben Sie dem Wandel mit Cobots voraus.
